Das Ayam Serama als Rasse – Einleitung

Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Serama europaweit noch kein homogenes Erscheinungsbild, weil verschiedene Auffassungen dahingehend existieren, wie ein Serama auszusehen hat. Hier möchte der Seramaclub Deutschland ansetzen: Er möchte allen Liebhabern der Seramas begleitend zur Seite stehen und eine Plattform bieten, sich zu organisieren und der Rasse eine allgemeingültige Identität zu geben. Dies nach der Zuchtidee des Ursprungslandes Malaysia.

 

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es bereits einen EE-Standard gibt.[1] Dieser wird jedoch europaweit zu Recht kontrovers diskutiert, da den rassespezifischen Besonderheiten wie Typ, Farbenvielfalt, Aufteilung in Gewichtsklassen, Charakter (zahmes Wesen) und Tischpräsentation keinerlei Aufmerksamkeit beigemessen werden.

 

In Malaysia werden wöchentlich Seramas zur Show gestellt, dort haben sie einen höheren Stellenwert als Hunde und Katzen. Sie präsentieren Stolz, Mut und Schönheit dank ihrer anmutigen Erscheinung und ihres wunderbaren Charakters. Eigenschaften, die das Serama einzigartig und es zu dem machen, was es sein soll:

 

„Das kleinste Huhn der Welt!“

 

Die niederländischen Zuchtkollegen sind in ihrer Arbeit –zumindest auf nationaler Ebene- schon wesentlich weiter und haben vorgemacht, wie es laufen kann: Dort wurden die Seramas im Juni 2012 als besondere Tierart eingestuft unter Berücksichtigung rassespezifischer Eigenschaften (Farbenvielfalt, Gewichtsklassen und Sockelpräsentation).

Das malaysische Serama (Ayam Serama) auf dem Weg zur Rasse

Bei den Überlegungen des Seramaclub Deutschland wird folgender Grundsatz des EE-Komitees mit ins Kalkül gezogen:

 

§12 Abs. 12:

Der Standard jeder Rasse wird vom Ursprungsland, bzw. dem Land der züchterischen Vollendung (Leitstandard) bestimmt. Kein Mitgliedsland darf den Standard ohne Einverständnis des Ursprungslandes bzw. des Landes der züchterischen Vollendung ändern.[2]

 

In logischer Schlussfolgerung richtet der Seramaclub Deutschland auch aus diesem Grund seinen Fokus auf das Ursprungsland der Seramas. Hier sollen die Erkenntnisse des belgischen Seramaclubs einbezogen werden. Der Belgier John Benoot hat mit dem Team des belgischen Seramaclubs den niederländischen Standard[3] aufgegriffen und nach gründlicher Untersuchung im Ursprungsland (u.a. mehrere Forschungsreisen nach Malaysia) weiter verfeinert.[4]

Im Folgenden wird die Übersetzung dieser „Rassebeschreibung“ aufgeführt, die nach sorgfältiger Recherche des Seramaclub Deutschland sehr nah an der Zuchtidee des Ursprungslandes herankommt. Zum jetzigen Zeitpunkt wird bewusst auf die Terminologie „Rassestandard“ verzichtet, da es hierfür noch zu früh ist. Vielmehr ist die Beschreibung als Anregung zu verstehen, um einen bundes- und europaweiten Konsens zu finden auf dem Weg der Seramas zur Rasse.



[1] EE-Standard Serama, EE-Standard der Serama – genehmigt an der ESK-G Sitzung Pohlheim März 2009 Farbenschläge ergänzt an der ESK-G Sitzung in Toledo Mai 2010, Link: http://www.entente-ee.com/deutsch/sparten/gefluegel/dateien/2012/Serama%20EE%20deutsch.pdf

[2] Entente Européenne d’Aviculture et de Cuniculture, §12 Die Sparten, Altötting/D, 19.05.2012

[3] Standard De Seramaclub Nederland, Link: http://www.deseramaclub.nl/standaard-serama.html

[4] Standard Seramaclub Belgie, Link: http://www.seramaclub.be/standard/Standard.htm